Suvarow Atoll , Paradies abgeschnitten von der Außenwelt

19. August 2012, Sonntag
13° 16' 57" S, 163° 7' 30" W


Ich sitze an Deck der Odin, schaue auf den weißen Palmengesäumten Strand einer Insel im Suvarow Atoll und überlege gerade, während ich diese Zeilen schreibe, welchen Wochentag und welches Datum wir heute haben....keine Ahnung...ich denke so Mitte August...?!
Eigentlich ist es ja auch völlig schnuppe, ich weiß ja nicht einmal, wann wir dazu kommen werden, diese Zeilen in unserem Internet Logbuch zu veröffentlichen.
Es gibt hier im Umkreis von hunderten Seemeilen, weder Strom, noch Telefon oder Internet. Somit ist auch die Zeit, hier im Suvarow Atoll nicht von Bedeutung.
Sonnen auf und Untergang bestimmen den Tagesrhythmus.

Zahllose „halbstarke“ Haie umkreisen, wie neugierige junge Hunde, Tag und Nacht unser Schiff. Jedoch, wenn wir ins Wasser springen, verziehen sie sich scheu ins tiefere Blau.

Selbst wen wir Fischabfälle vom Boot aus füttern, gelingt es uns kaum ihre Sand-papierartigen Körper zu berühren. (Junge Hunde lassen sich einfacher streicheln :o)

Nicht weit von unserem Ankerplatz gibt es eine Stelle, an die täglich Manta Rochen kommen, um sich durch kleine Putzerfische von Parasiten befreien zu lassen.
Majestätisch, ja anscheinend schwerelos, wie Raumschiff Enterprise,
ziehen sie , ohne sich durch uns gestört zu fühlen, ihre Runden durchs klare Wasser.

Das Suvarow Atoll ist ein Naturschutzgebiet und gehört zu den Cook Inseln und somit wiederum zum „Protektorat“ von Neuseeland.
6 Monate im Jahr, leben hier zwei „Ranger“ wie Robinson und Freitag, als Selbstversorger auf der Insel. Sie betreiben „Feldforschung“ und achten darauf, dass vorbeikommende Yachten sich an die Regeln halten.

Nun, um ehrlich zu sein, im Vergleich zu Robinson haben sie doch mittlerweile schon etwas Hightech zur Verfügung.
Mit Hilfe einer kleinen Solar Paneele und einer alten Autobatterie, können sie etwas Strom erzeugen.
Heinz, der mit seiner YapYum, einen Tag nach uns hier eintraf, installierte ihnen ein kleines Funkgerät an ihr „Solar Kraftwerk“.
Als Dank fingen und kochten sie für uns zwei gigantische Kokos Krabben.
Jaaaa, genau, so schmecken Freiheit und Abenteuer.

Ich tippe diese Zeilen und schaue gedankenversunken aufs Meer, welches sich am Außenriff des Atolls bricht. Das nächste Telefon und das nächste Internet gibt’s erst wieder ca. 1500 KM südwestlich von hier, in Tonga.

Jetzt, wo ihr diese Zeilen lest, liegt das Suvarow Atoll hinter uns und somit eine der einsamsten und traumhaftesten Plätze unserer wunderschönen Erde.

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