Glückliche Begegnung am Ende der Welt

21. Juni 2011, Dienstag
9° 57' 43" S, 139° 6' 22" W


Wenn euch bei nächster Gelegenheit zufällig ein Globus in die Hand fällt, dann schaut euch doch mal bewusst die gegenüberliegende Seite Europas an, den Pazifik.
Um das Logbuch von Captain Kirk der Enterprise zu zitieren: unendliche Weiten......
Daß ein Schiff und seine Ausrüstung bei der Durchquerung dieser “Wasserwueste in wenigen Wochen höher beansprucht wird, als nach vielen Jahren des Wochenend bzw. Urlaubssegelns im Mittelmeer oder der Ostsee, liegt auf der Hand.
Ich brauche euch wohl kaum zu erklären, dass dies jede Menge Verschleiß bedeutet!
Allerdings, und dies macht die Sache jetzt etwas schwieriger, gibt es hier, auf den vielen hundert Kilometer auseinander liegenden Inselgruppen, so gut wie keine Reperaturmoeglichkeiten, geschweige denn Ersatzteile oder Fachleute.
Eines unserer wichtigsten Navigationsgeräte, unser Autopilot, ohne den eine 2er Crew wohl kaum eine solche Reise unternehmen könnte, hatte plötzlich das “Spinnen” angefangen und keinen Kurs mehr gehalten. Schöner Mist!
Als wir erfuhren, dasss ein Elektroniker ausÖsterreich sich mit Freundin und seiner Yacht “YapYum” auf der Überquerung des Pazifiks befanden und bald hier eintreffen würden, haben wir gewartet um sie ab zupassen und anzuheuern.

Da der Autopilot nur manchmal aus dem Ruder lief, dauerte die Fehlersuche tagelang.
Steuercomputer wurden ausgebaut und sämtliche Lötstellen neu verlötet, Fluxgate überprüft, die Steuereinheit wurde ausgebaut, ein kleiner Wasserschaden darin behoben usw.
Zwischendurch immer wieder testsegeln, in der Hoffnung den Fehler gefunden zu haben, bis er erneut auftrat.
Das deprimiert!!!
Mit einer Engelsgeduld, wie sie wohl nur Österreicher mit ihrem “gedämpften” Temperament an den Tag legen, suchte, schraubte, testete und lötete Heinz an den Computerplatinen unseres Autopiloten herum.
Zum Schluss, schon der Verzweiflung nahe, zerlegte er, ohne sich allzu viel davon zu versprechen den Motor des Kettenantriebs fürs Ruder......und siehe da, zwei kleine Kabel für die Kohlenstifte schienen zu klemmen und verursachten dadurch dem Steuerkompass massive Probleme.
Nach ca. 10 Tagen Reparatur vor einem wunderschönen Strand in der Südsee, lief unser Autopilot wieder ohne Macken.
Grund genug ein Tässchen Bier auf die deutsch/österreichische Berufsausbildung zu kippen!
Danke Heinz, du bist jeden Dollar wert!

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