Mordgelüste

20. April 2011, Mittwoch
9° 0' 55" N, 79° 31' 8" W


Wie ihr ja wisst, muss man sich, wenn man mit dem eigenen Schiff in ein Land einreist, bei verschiedenen Behoerden, (Zoll, Immigration, Hafenamt etc.) melden und einklarieren.
Das gleiche bei der Ausreise.

Die Odysee begann früh um 9 Uhr.

Wir fahren mit dem Taxi zum Hafenmeister im Container Hafen von Panama City.
Seit 14 Tagen ist dieser jedoch nicht mehr für Privatyachten zuständig, sondern sein Kollege, in der Flamenco Marina.
Also ab ins Taxi und zur Flamenco Marina. Geschafft!
Da wir wissen daß die Immigration in der Marina für ihre Korruption bekannt ist und immer wieder versucht Segler mit wiedersinnigen Gebühren abzuzocken, die in private Taschen fließen, fahren wir mit dem Taxi zur Dienststelle im Stadtteil Balboa.
Dort stellt der Beamte fest, daß mir ein Stempel fehlt und schickt uns mit dem Taxi zur zuständigen Dienststelle im Stadtteil Diablo.
Dort verlangt man nochmal die gleichen Kopien der Papiere wie bereits der Kollege im Stadtteil Balboa.
Kopierer hat die Dienststelle Diablo aber nicht. Also, wieder ab ins Taxi und zum Shopping Center Kopien machen.
Mittlerweile wird mir das Hemd im Kragen etwas eng, da mir leicht der Hals schwillt!
Mit dem Taxi zurück in der Dienststelle im Stadtteil Diablo, erklärt uns der freundliche desinteressierte Beamte,wärend er ganz konzentriert und angestrengt private SMS schreibt, daß wir noch weitere Kopien brauchen und nochmals zum Kopierer müßten.
Die Spannung an meinem Kragen nimmt gefährliche Ausmaße an...
Aufgrund dieser spontanen konfektionellen Groessenaenderung am Hemdkragen, kam der Typ schließlich dann doch zu der weisen Entscheidung, daß diese Kopien unwichtig sind. Klasse!

Als wir wieder im Taxi sitzen und Richtung Dienststelle Balboa fahren um endlich den heißersehnten Ausreisestempel zu bekommen, fällt mir der gesamte Text von Reinhart May´s Lied : Einen Antrag auf den Antrag für ein Antragsformular wieder ein.
(Hoert mal rein, ich denke May war schon vor Jahren mal hier ;o)

Ein letztes Einkaufen auf dem Obst und Gemüsemarkt und am nächsten Morgen gehen wir endlich Anker auf in Richtung Westen.

Doch bevor wir endgültig ins Paradies der Südsee segeln, wollen wir uns noch die Islas las Perlas anschaun und dort auf den richtigen Wind in Richtung Westen warten.

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