Odin auf dem schmutzigen Trockenen

30. November 2010, Dienstag
Position unbekannt


Ihr könnt mir glauben, wenn man seit weit über drei Jahren auf einem Boot lebt, dann ist es jedesmal schon ein komisches Gefühl wenn man nicht an Bord, sondern an Land übernachtet.
Seit Tagen leben wir in einem sehr einheimischen Hotel, aber immerhin mit Klimaanlage und TV.

Odin ist turnusmäßig in der Werft, um Wartungsarbeiten und einige anfallende Reparaturen durchführen zu lassen.
Das Werftgelände selbst ist so schmutzig und Moskitoverseucht, dass wir es vorziehen uns für die Zeit an Land in einem Hotel in der Nähe einzuquartieren, denn die Todo Liste ist lang:

Radar reparieren!
Elektronischen Navigationsplotter reparieren!
Ersatz GPS reparieren!
Einige Gelcoat-Schäden reparieren!
Kollisions-Schäden am Bugkorb reparieren!
Verbindungsgelenke für die Spinackerbäume aus Bronze anfertigen lassen! (das bisherige Material „Alu“ brach zum dritten Mal bei höherer Belastung)
Unterwasserschiff reinigen, abschleifen, primern, mit Sealer behandeln, vier Antifoulinganstriche und zweimal den Rumpf wachsen und polieren usw.

Da die Arbeiten hier in Kolumbien im Vergleich zu Westeuropa unglaublich preiswert sind, gönnen wir uns den Luxus ein Team an zu heuern, welche die Arbeiten unter unserer Aufsicht übernimmt. Ausserdem ist es hier echt zu feucht und zu heiß zum Arbeiten.
Allerdings liegt es wohl kaum an der Hitze, das meine Kreditkarte das Glühen anfängt und meine Geldbörse wohl aus Zwiebelleder ist (wenn ich rein schaue kommen mir die Tränen ;o)

Auch wenn das Leben auf dem Schiff relativ günstig ist, so verschlingt der Unterhalt des selbigen jährlich doch immense Summen.

Als wir Odin nach Ihrer Schönheitskur im neuen Glanze stehen sehen und uns in ihrem Rumpf spiegeln können denken wir, dass es wirklich jeden Peso wert war.

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