Essen töten

19. Oktober 2010, Dienstag
Position unbekannt


Fasziniert betrachten wir unser noch lebendes Abendessen aus der Nähe.
Vorsichtig lauernd schieben sich zwei schleimige Stielaugen aus der wehrhaften Behausung.
Eine überdimensionale Kralle bewegt sich im Zeitlupentempo und schiebt dieses surreal wirkende Wesen, samt seiner Festung nach vorn.
Das Tier wirkt aus dieser Perspektive wie aus einem Bild von Hieronymus Bosch.
Hollywood-Spezialisten hätten ein Alian-Monster nicht gruseliger erfinden können.

Wir haben uns schon die ganze Zeit gefragt: Wie schlachtet man eigentlich eine solche Conch-Schnecke?

Zwar haben wir diese Delikatesse schon öfter und in verschiedenen Variationen gegessen, aber wie man das außen so schöne und innen so hässliche Tier mit seinem köstlichen Fleisch aus der immens dicken Schale löst, hatten wir noch nicht herausgefunden.

Jetzt wissen wir´s!
Dank der beiden New Yorker Alex und Iris die zusammen mit uns und ihrer Yacht Alaeris hier im Osten des San Blas Archipels einige Tage unterwegs waren.

Die Lebensgeschichte anderer Blauwasser-Segler ist immer wieder interessant:
Alex stammt ursprünglich aus Deutschland, wanderte aber als Teenager mit seinen Eltern in die USA aus, gründete später eine erfolgreiche Werbeagentur in New York und tauschte diese vor ein paar Jahren für die Freiheit unter Segeln ein.
16 Jahre lebte Iris im „Big Apple“ und hatte auch irgendwann das Leben als Interieur Designer satt - und so leben die beiden jetzt größtenteils im mittelamerikanischen und karibischen Raum auf Ihrer Yacht oder in Ihrem Haus in Costa Rica.
Ob sie irgendwann um die Welt segeln werden wissen sie jetzt noch nicht aber wer weiß, vielleicht treffen wir sie irgendwann wieder in einem anderen fernen Land.

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