Cuba libre..

04. März 2010, Donnerstag
20° 2' 44" N, 75° 49' 19" W


...freies Cuba........nur ein Getränk, mehr nicht!

Die Menschen sind im hiesigen Regieme der Mangelwirtschaft -und im Land- genauso gefangen, wie die Bürger der damaligen DDR. (Nur ohne Stasi)

So dürfen wir zum Beispiel keine Kubaner auf unser Schiff lassen und auch in staatlichen Marinas und Häfen ist ihnen aus Angst vor Flucht der Zugang verboten.

Es mangelt an allem und jeder organisiert wo und was er kann.

Offiziell gab es keinen Diesel, also suchten wir uns einen „Organisator“ der ihn uns in alten Kanistern besorgte, die wir bei Nacht - und ohne Nebel - aufs Schiff schafften.

Auch die Verproviantierung mit frischem Obst und Gemüse war Dank unseres persönlichen „Organisators“ Piedro –fast- kein Problem.
Auch wenn es nicht ganz so frisch und lecker aussieht wie Bio-Produkte auf nem deutschen Wochenmarkt, so sind wir doch froh,vieles bekommen zu haben.

Piedro ist eigentlich Bauarbeiter, wohnt mit Ex-Frau, 3 Kindern und Schwiegertochter in einer 2 Raum Hütte und verdient umgerechnet 12 € im Monat.
Solange wir in Santiago De Cuba waren haben wir oft in seiner bescheidenen Hütte gegessen.
Zwar mehr schlecht als recht, aber für ihn war es neben seiner „Besorgungstätigkeit“ ein mehr als nettes Zubrot, denn natürlich haben wir ihn für die „tollen Menüs“, bzw. seine Frau Rosa für hiesige Verhältnisse fürstlich entlohnt.

Auch Dinge die wir eigentlich in den Müll werfen wollten, wie leere Einwegfeuerzeuge oder Plastikflaschen und kaputte Flip-Flops stellten für ihn kleine Schätze dar.
Die Einwegfeuerzeuge werden aufgebohrt und wieder aufgefüllt, Plastikflaschen wiederbenutzt und kaputte Flip Flops repariert.
Wie gesagt: Es fehlt an allem!

Wir sind in diesem Land nur Gäste für ein paar Wochen oder Monate, doch für die Kubaner ist dies und sei über 50 Jahren die tägliche Propaganda in den Medien, über die tollen Fortschritte der Revolution, der tägliche ganz normale Wahnsinn.

Trotz allem sind die meisten der Cubaner die nettesten, saubersten und freundlichsten Cariben die wir bisher getroffen haben. (Ausnahmen bestätigen die Regel!)

Übrigens - daß es in den letzten Wochen keine Interneteinträge gab lag nicht an unserer Schreibfaulheit sondern daran, daß wir uns zusammen mit der „Kismet“ im Archipel „Jardines de la Reina“ (dem Garten der Königin) rumgetrieben haben.

Hunderte kleiner unbewohnter und unberührter Inselen, die sich uns heute noch genauso darstellen wie den ersten Europäern vor 500 Jahren. Es gibt nicht mal ne Spur von Tourismu!

Wenn nicht ab und zu ein betagtes Fischerboot unseren Kurs im Archipel gekreuzt hätte, so hätten wir glauben können alleine auf dieser Welt zu sein.

Wir tauchen in den Korallenriffen mit Haien, Barakudas und allen möglichen exotischen bunten Fischen, grillen am Strand, tauschen mit vorbeikommenden Fischern ein wenig altes Werkzeug, alte Mützen, Seife, Krimskrams oder Rum gegen „Tonnenweise“ fangfrischen Lobster und die leckersten Fische und fühlen uns wie im Paradies.

Es hätte noch wochenlang so weiter gehen können, doch leider läuft unser Visa aus und wir mußten deshalb nach Cinfuegos um Behördengänge zu erledigen, diesen Eintrag ins Internet stellen und soweit wie möglich, endlich ausstehende emails von Freunden zu beantworten.

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