Sentimentalitäten

14. Dezember 2008, Sonntag
27° 56' 10" N, 15° 38' 40" W


Lange genug bin ich auf dieser Welt, um zu wissen, daß das Leben auch ständige Veränderung bedeutet und irgendwie hat sich im nachhinein meist jede Veränderung oder Neuorientierung als etwas gutes erwiesen.

Dennoch wird man bei solchen Gelegenheiten recht sentimental und läßt fast längst vergessenes Revue passieren.

Vor fast 30 Jahren hatte ich schon mal für einige Monate hier auf Gran Canaria gelebt und lernte die Insel ausgiebig kennen.
Die Schotterwege in die wilden zerklüfteten Berge, die armseeligen Bergdörfer, mit ihren windschiefen Hütten oder kleine Touristen Städtchen am Meer.

Gran Canaria hat sich in dieser Zeit wahnsinnig verändert, nichts ist mehr wie es war, (zum Nachteil für Romantiker), aber zum Vorteil für die Menschen.

Die Schotterpisten sind einem gut ausgebauten Straßennetz gewichen, armseelige Bergdörfer haben sich zu schmucken Städtchen gemausert, (man muß schon suchen um einen der ursprünglichen alten Bauernhöfe zu finden) und die einst so beschaulichen Touristenstädtchen am Meer sind jetzt gigantische Bettenburgen.
Selbst Las Palmas ist nicht mehr so schmuddelig wie es mir damals vorkam, sondern eine ganz normale europäische Großstadt.

Gedankenverloren an das frühere Gran Canaria, schlendere ich mit den Freunden von der „Cayenne“ und der „Dual Dragon“ durch die weihnachtlich geschmückten Straßen.
Händler und Stadtplaner geben sich alle Mühe, den Geist der Weihnacht dem Kunden näherzubringen, aber bei Sonnenschein, Blütenpracht, milden Temperaturen und rotgesichtigen Touristen in kurzen Hosen, will diese Weihnachtsstimmung einfach nicht aufkommen.

Auch gut, was hätte ich davon, wenn ich mir vor lauter Vorweihnachtsstimmung in Deutschland den Hintern abfrieren würde!?

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