Seelenverkäufer

11. November 2008, Dienstag
28° 29' 16" N, 13° 52' 12" W


Die Kanaren für die meisten ein Inselarchipel des ewigen Frühlings vor Afrikas Westküste.
Urlaubsdomizil für Party und Erholung.
Für andere bedeuten sie aber den Absprung in Richtung Freiheit.
Von hier aus startete schon Kolumbus um Amerika zu entdecken und von hier aus starten auch fast alle Yachten in Richtung West-Indische-Inseln oder Südamerika.
Der Traum vom Leben unter Segel und Palmen endet aber oftmals für viele schon hier.
Und so findet man in jedem Hafen aufgegebene Yachten, deren Crew sich finanziell oder in sonstiger Hinsicht übernommen haben und deren Träume jetzt vor Anker vor sich hin rosten.
Jeder der auf einer Yacht lebt, wird bestätigen, dass diese eine Seele hat, und so stimmen mich diese verlassenen Schiffe einfach nur traurig.
Wie groß war die Euphorie bei der Vorbereitung der Reise?
Wie groß die Freude beim Start - und wie niederschmetternd die Aufgabe des Projektes?!
In den Häfen die gratis sind findet man auch die Low-Budget-Segler, die mit ihren Seelenverkäufern und mit viel Elan, sich den Traum der ewigen Freiheit erfüllen wollen.
Besser jetzt, mit viel Improvisationstalent und einigen Entbehrungen als nie.
Nach dem Motto: Ohne Geld in die Welt. Irgendwo werden wir schon eine Möglichkeit finden unser Leben zu finanzieren!

Respekt vor ihnen und ihren kleinen alten oftmals selbstgebauten Seglern.
Mögen ihre Träume nicht in irgendeinem Hafen auf den Kanaren enden, und die Flotte der verlorenen Seelen vergrößern.

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