Jahrhundertsturm in Gibraltar

15. Oktober 2008, Mittwoch
Position unbekannt


In den Marinas von Gibralta ist auch noch Tage nach dem Orkan helle Aufregung.
Man redet hier vom „Jahrhundertsturm“. Es gibt sehr große Schäden an Booten, die im Hafen Schutz gesucht haben, denn dort wurden, bedingt durch den Berg, 81 (!) Knoten in der Spitze gemessen. Auch sind im Sturm nicht nur ein, sondern zwei Frachter havariert, deren Ölteppiche jetzt dafür sorgen, dass die Marinas vorübergehend geschlossen sind.
Nichts geht mehr – rien ne va plus!
Wir kommen nicht hinein und die die drinnen sind kommen nicht raus. Also liegen wir noch an unserem, durch den Sturm recht verdreckten Ankerplatz, in dem übrigens in jener Nacht ein Fahrtensegler mit seinem Segelschiff vor Anker gesunken ist und per Helikopter abgeborgen werden musste.
Nach zwei Tagen ist bei uns eigentlich schon wieder alles vergessen und wir genießen Gibralta.
Mit den Crews der Einland und der Dorasy, die einen Tag nach uns aus Marbella eingetroffen sind, machen wir touristisches Sightseeing. Wir sind total fasziniert von „The Rock“, wie die Engländer den riesigen Felsen hier nennen. Er war schon immer von imenser strategischer Wichtigkeit, kontrolliert man doch von hier aus das gesamte Mittelmeer.
Wären da nicht die Palmen, könnte man glauben man sei irgedwo in Großbritannien (leider auch bezüglich der Restaurants!)
Natürlich liessen wir es uns auch nicht nehmen, the Rock selbst zu besuchen und seinen berühmten Berberaffen übrigens die einzigen freilebenden „wilden“ Affen Europas.
Eine Legende sagt: Solange die Affen den Felsen von Gibralta bevölkern, gehört dieser zu England.
1944 raffte eine Seuche alle Affen bis auf zwei Exemplare restlos dahin.
Aberglaube hin oder her, Winston Churchhill ließ über 40 Makaken aus britischen Zoos importieren und aussetzen. Ja, und diese 40 haben sich natürlich fleißig zum Wohle Englands vermehrt.
Rotzfreche Lümmel, die keine Scheu kennen und total lustig zu beobachten sind.
Bei aller Zutraulichkeit sollte man aber immer bedenken, dass es wilde Tiere sind und sie nicht anfassen. (Was aber dennoch unheimlich reizt.)
Es war ein riesen Spaß auf diesem gigantischen Felsen und ein wirkliches Erlebnis von Europa nach Afrika sehen zu können.
Ein typisch englisches Restaurant beendete diesen Tag voller neuer Eindrücke.
Vergessen sind Sturm, Schlaflosigkeit uund Schaukelei.
Das Leben ist schön!!!

Werbung