Das war knapp!

06. Juni 2008, Freitag
Position unbekannt


Heute ist der vierte Tag auf hoher See. Der Wind hat gedreht. Elendiges Gegenanbebolze, Starkwind, kaum die Moeglichkeit bei diesen Bedingungen richtig zu schlafen, bzw. zu kochen, machen sich koerperlich schon sehr bemerkbar.
Besonders waehrend der Nachtwachen faellt es schwer wach und achtsam zu bleiben. Alle zehn Minuten an Deck, Rundumblick und feststellen, alles klar!
Da wir die Einzigen auf dieser Welt zu sein scheinen, laeest mit den Tagen auch die Sorgfalt in dieser Sache naturgemaess etwas nach.
Bertel hatte heute die Fruehwache und er hat es sich im Cokpit "bequem" gemacht, weahrend ich versuche in der Achterkabine etwas Ruhe zu finden.
Bertel sitzt mit dem Ruecken zum Bug und beobachtet das Spiel der Wellen und muss dabei wohl eingenickt sein, als er plotzlich bei strahlend blauem Himmel ein fuerchterliches Donnergrollen hoert und fuehlt.
Er schreckt hoch und ihm bleibt fast das Herz stehen. Wir durchlaufen gerade das Heckwasser eines riesigen Tankers unter Volldampf.
Bertel sieht, dass die Bruecke, welche sich etwa in der Hoehe eines zehnstoeckigen Hochhauses befindet, unbesetzt ist.
Mit anderen Worten, wir haben die nicht und die haben uns nicht bemerkt.
Es klingt dramatisch, aber weniger als eine Minute frueher und wir waeren wahrscheinlich zusammengestossen und abgesoffen, ohne dass die auf ihrem Dickschiff davon etwas mitbekommen haetten.
Das war heute einfach nur scheiss Glueck!!!

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