Hmmm...also so betrachtet bin ich jetzt um einen Wunschtraum ärmer!

07. Juni 2011, Dienstag
0° 44' 49" S, 90° 17' 52" W


Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wieviele Jahre oder gar Jahrzehnte ich davon geträumt hatte, mit einer eigenen Yachtin in die Südsee zu segeln.
Die Magie, die diese Südsee Inseln seit Generationen auf die Menschheit ausüben, von Captain Cook über die Meuterer der Bounty, bis hin zu Paul Gauguin oder Jaques Brell, dieser Magie kann sich kaum jemand entziehen.

Es sind nur etwas mehr als 30 Stunden mit dem Flugzeug, aber mit Odin haben wir nun fast 4 Jahre seit dem Start im Mittelmeer gebraucht, allerdings mit wunderschoenen Umwegen.
Italien, Kroatien, Griechenland, Türkei, Malta, Nordafrika, die Balearen, Spanien, Gibraltar, die Kanaren, Martinique, St. Lucia, San Vincent, die Grenadinen, Domenika, Grenada, Venezuela,die ABC Inseln, Domenikanische Republik, Kuba, Cayman Islands, San Andres und Providencia, Kolumbien und Panama und viele mehr.
All die Orte, abseits des Touristenrummels, an denen wir wochen oder monatelang lebten, die Menschen die wir trafen, Freundschaften die wir schlossen. So etwas braucht halt seine Zeit ;o)
Das Beste: Diese Reise ist noch lange nicht zu Ende.

Ihr dürft mir glauben, es ist wie eine Belohnung, wenn nach wochenlangen Strapazen auf See, endlich am Horizont das Ziel erscheint. Man ist aufgeregt wie ein kleines Kind an Weihnachten.
Als vor Fatu Hiva, im Marquesas Archipel, der Anker fiel waren wir überwältigt vom Zauber dieser Insel, noch lange bevor wir einen Fuß an Land setzten. Alle Strapazen der letzten Wochen waren vergessen!

Apropos vergessen: Fast hätte ich vergessen etwas über die Überfahrt zu schreiben!
Also, der erste Teil der Überfahrt ab Panama lief nicht so rund.
Flauten und etwas Pech zwangen uns nach 9 Tagen die Galapagos Inseln als “Notfall” anzulaufen.
Bereits auf den ersten Meilen gab unsere Entsalzungsanlage, welche Meerwasser zu Trinkwasser macht, ihren Geist auf. Soweit nicht schlimm, haben wir doch fast 900 Liter Frischwasser im Tank. Aber bei einem unglücklichen Wendemanoever, welches ich verbockt habe, ist unser Vorsegel eingerissen und konnte mit Bordmitteln nicht repariert werden.
2 Tage durften wir ohne Visa auf Galapagos bleiben, um die noetigen Arbeiten zu erledigen.
Ganz ehrlich:
Abgesehen von der Tierwelt ein trostloses Fleckchen Erde!
Hätte Darwin hier nicht seine Evolutionstherie anhand der Finken aufgestellt, wäre diese Tierwelt bestimmt längst ausgerottet und Galapagos der Arsch der Welt!

Jedenfalls sind wir jetzt nach superschnellen 29 Tagen und Nächten auf See, mit sehr viel Wind und jeder Menge Geschaukel, wohlbehalten am 29. Mai in Fatu Hiva angekommen.

Tja, der Grund daß ihr so lange nix von uns gehoert habt, ist der, daß es auf dieser Insel kein Internet gab und wir erst bis hierher nach Hiva Oa segeln mußten um unsere Homepage zu aktualisieren.

Achso, ja...mein abhanden gekommener bzw. erfüllter Wunschtraum
Halb so schlimm, denn schließlich hab ich noch so viele Wunschträume die ich mir und Uts erfüllen moechte sodaß daran kein Mangel herrscht ;o)

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