Ärsche der Welt

15. Dezember 2010, Mittwoch
Position unbekannt


Sicher habt ihr euch schon gewundert, keine neuen Logbucheinträge und Bilder hier auf der Homepage zu finden.
Der Grund war weder der, dass wir Schiffbruch erlitten haben, noch dass wir schreibfaul wurden. Die Ursache war einfach die, dass Kolumbien und Panama, durch die stärksten Regenfälle der letzten 100 Jahre abgesoffen sind.
Ganze Brücken und Straßen wurden davon geschwemmt, Dörfer überflutet und es gab zahlreiche Todesopfer.
Es gab für uns also keine Möglichkeit einen Internetzugang zu bekommen während wir hier am Arsch der Welt vor Anker lagen.
Ihr fragt euch sicher:
"Wo ist eigentlich der Arsch der Welt?"
Nun, eine der Fragen die seit Generationen die Menschheit beschäftigte, eine elementare Wissenslücke der homonoiden Rasse, kann jetzt endlich als geklärt angesehen werden!
ES GIBT NICHT NUR EINEN ARSCH DER WELT!!!
Mit etwas Glück (welches uns anscheinend auf dieser Reise begleitet), findet man mehrere.

Von unserem Ankerplatz in Cholon/Kolumbien aus mit dem Beiboot erst mal durch nen Mangrovensumpf. Dann ein Stück übers offene Meer, wieder eine Passage durch Mangrovenwälder, über nen Brackwassersee in nen Flusslauf hinauf - und schon findet man Baru.
Der Arsch der Welt strahlt uns an in Form dieses Gottverlassenen Nestes mitten im Urwald.
Wie gesagt erleben Kolumbien und Panama die stärksten Regenfälle seit 100 Jahren, sowas drückt nach Wochen irgendwann aufs Gemüt und alles scheint wohl noch trostloser als es ohnehin schon ist.
Armseelige Wellblechhütten neben farbenfroh gestrichenen Holzhäusern. Alte, langsam verrottende Villen, die bestimmt bessere Zeiten gesehen haben und an vielen von ihnen prangt die Zahl 1938.
Wir fragen uns, was trieb die Menschen vor fast 70 Jahren hier mitten in den Dschungel?
Keine Straße, außer den schlammigen Dorfpfaden, die von umher streunenden abgemagerten Schweinen vollgeschissen werden, keinerlei Landverbindung durch den Dschungel zur Außenwelt.Dies ist kein Ausnahmezustand wegen der Unwetter, sondern normale Tatsache
Würde Hollywood ne Filmkulisse suchen, die Langeweile und Tristesse in einem Abenteuerfilm zum Thema hätte, so wäre das Städtchen Baru, einer der Ärsche der Welt, bestimmt erste Wahl ;o)

Werbung