Ach wie schön ist Panama

29. Juli 2010, Donnerstag
9° 33' 16" N, 79° 39' 21" W


Zwei Tage Einsamkeit in den Cayos de Albuquerque reichten aus, uns vom Zivilisations-Stress in San Andres zu erholen.
Wunderschönes Tauchen und Schnorcheln in einer intakten Korallenwelt, die uns aber beim Ein-, und Auslaufen, wegen nicht vorhandener Detailkarten, ganz schön ins Schwitzen brachte.
Bei traumhaften 15 Knoten segelten wir am Wind in Richtung Panama.
Bereits in der ersten Stunde unter Segel hat sich ein wunderschöner Thunfisch zum Abendessen eingeladen.
Bis hierhin war alles perfekt.
Doch dann drehte der Wind des öfteren und auch die Strömung kam aus der falschen Richtung.
So mussten wir gleich am ersten Tag dreimal unser Ziel ändern.
Dann schlief nach ca. 7 Stunden der Wind komplett ein und nur die hohe Dünung erinnerte daran wie schön er vorher wehte.
Die meterhohe Dünung lies Odin unter Motor von einer Seite auf die andere schlagen.
Mike, der sich in den Tagen zuvor fast als Alleinunterhalter hervorgetan hat, verzog sich stillschweigend und blass in seine Kajüte und wart nicht mehr gesehen.( Dies konnte ihn aber nicht von seiner Pflicht an der Nachtwache befreien, zu welcher wir ihn aus seiner Koje gezogen haben.)
Fast 50 Stunden fuhren wir nonstop unter Motor - alles in Allem keine schöne Überfahrt.

Aber um so schöner war das Ankommen in der Bucht, in die uns die Planänderung geführt hat.
Portobelo dieses wunderschöne Fleckchen Erde wurde 1502 von Columbus entdeckt.
Von da an war ihre Geschichte wechselhaft und blutig.
Goldgierige Conquistatoren und Seeräubern wie Captain Morgan oder Sir Francis Drake trieben hier ihr blutiges Unwesen .
Überall überwucherte Festungen und alte Kanonen, stumme Zeugen der blutigen Vergangenheit und bestimmt ein idealer Drehort für Hollywoodfilme.
Im Dschungel hinter den Festungsanlagen beanspruchen Brüllaffen lautstark ihr Revier und bunte Papageien fliegen von Baum zu Baum.
Die Luft erbricht sich fast vor Fruchtbarkeit, mehrmals täglich regnet es leicht und uns dreien – uts, Mike und mir – kommt ein Buchtitel von Janosch in den Sinn „Ach wie wie schön ist Panama“.

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