Blinder Passagier

28. Juli 2009, Dienstag
11° 50' 54" N, 64° 36' 33" W


Langsam verschwindet die Bergige Siluette Margaritas im Kielwasser.
Odin pflügt bei 20 Knoten Wind, kraftvoll durch die Wellen Richtung Norden.
Ihr Bug teilt das Meer, wie der alte Moses und die Gischt stobt links und rechts in die Höhe.

Herrliches Segeln!
Es sind solche Tage, die das Leben auf dem Schiff, zu dem machen was es ist:
Die angenehmste Verbindung von Mensch, Technik und Natur.

Auf dem offenen Meer bemerke ich plötzlich, daß ich einen blinden passagier an Bord habe.

Ich traue meinen Augen nicht!
Mitten im Nirgendwo, sitzt vor mir ein großer Papagei und schaut mich an.
Das arme Tier scheint durch den Wind aufs Meer getrieben worden zu sein, hat sich verflogen, ist nem anderen Schiff abgehauen...wie auch immer, er verbringt mehr als 3 Stunden an Bord, bevor er beschließt seinen Weg fortzusetzen.
Ich hoffe er hat es geschafft!

Gegen Abend treffen wir (Lycka und Odin) in der Westlichen Bucht von Isla Blanquilla ein.
Welch ein Unterschied zur Großstadt!

Glasklares Wasser, Schneeweiße, einsame Sandstrände, exotische Fische in allen Farben, die wie bunte Edelsteine ums Boot schwimmen, keine Straßen, keine Häuser, keine Hotels, nix!
Nur ein paar Fischer liegen hier mit ihren alten Holzkähnen, zum ausruhen vor Anker und tauschen mit uns fangfrischen Fisch gegen ein paar Dosen Bier.

Ich glaube hier ist der Arsch der Welt - und wenn das hier der Arsch der Welt ist, dann hat die Welt ´nen verdammt schönen Arsch! (Mindestens den zweit schönsten ;)

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