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17. Mai 2018

| 2018-05-17 06:01:39


Vor vielen Jahren hatte ich interessehalber mit meiner damaligen Freundin mal ne Kreuzfahrt gemacht.
Doch von Glanz und Gloria der Schiffsreisen in meiner Fantasie blieb nur der Eindruck von Massentourismus auf engstem Raum.
Mit romantischer Seefahrt oder gar nem Hauch von Abenteuer hatte das nichts zu tun
Gehetzte Ausfluege mit Zeitlimit, immer in Gruppen mit nervenden Mitreisenden, alles bis ins kleinste organisiert und alles ist jedesmal extra zu zahen.
Im Prinzip empfand ich das Kreuzfahrtschiff als schwimmendes Ghetto.

Der Traum der Kreuzfahrt ist zum billigen Massentourismus geworden!
Aber es geht auch anders:
Vor Langkawi lag die Star Clipper, ein wunderschoener Segler fuer den gehobenen Geldbeutel, wer es sich leisten kann sollte eine solche Schiffsreise auf jeden Fall den schwimmenden Stahlghettos vorziehen!

Dennoch, kein Vergleich zum eigenen Kiel.
Denn mit diesem sind wir unabhaengig von allem organisierten, geplanten und den Massen anderer Menschen.
So segeln wir von Insel zu Insel, besuchen Buchten, einsame Straende oder durchstreifen Dschungel und die einzigen Menschen denen wir begegnen sind manchmal andere Segler oder freundlich winkende Fischer in ihren kleinen knatternten Booten auf ihrem Weg zu den Fanggruenden.
Wir sind im Sueden der 2. groessten Insel des Langkawi Archipels, Palau Dayang Buting.
Abends, wenn die Hitze des Tages etwas nachlaesst, kommen neugierige Affen oder Otter an den Strand oder an den Rand des Dschungels, der bis zum Meer reicht.
Wir beobachten sie von Bord aus.
Hier und da durchstreifen Delfine gemaechlich die Bucht, waehrend im Westen die Sonne untergeht und das Abendliche Konzert des Dschungels fuer die musikalische Untermalung sorgt.

Ich denke an Roy Black und Anita, an die Biene und das Stachelschwein,
schoen ist es auf der Welt zu sein ;)

 

8. Mai 2018

| 2018-05-08 03:29:34

Schweiss rinnt mir nach einiger Zeit in Stroemen aus allen Poren.
32 Grad im Schatten des Urwaldes, kein bisschen Wind und 92 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Wir sind im inneren der Insel Palau Singa Besar, eine der 99, vor unberuehrter Vegetation strotzenden Inseln um Langkawi.

Wir hatten von einem wunderschoenen Wasserfall in der Mitte der Insel gehoert, der Cascaden von kaltem Wasser ueber Felsen rauschen laesst.
Da das Wasser im Meer bereits 28 Grad warm ist, sehnen wir uns nach einer solchen Abkuehlung im Frischwasser.
Wir bereiten einer Tiergattung eine grosse Freude mit unserem Besuch, die sich auch mit Vergnuegen auf uns stuerzen um uns in dem feuchtheissen Urwald willkommen zu heissen: Mosquitos!

Dennoch ist es wunderschoen diese unberuehrte Natur zu erleben, auch die kleinen weniger spektakulaeren Dinge wie Pilze oder Insekten am Urwaldboden wahrzunehmen.

Eine kleine Enttaeuschung war allerdings dann doch der Wasserfall den wir irgendwann fanden.
Die Wassermassen unserer Fantasie hatten sich in der Realitaet als mehr oder weniger kleines Rinnsal entpuppt.
Tja, unser Fehler! Wir befinden uns am Ende der Trockenzeit, da ist nicht viel mit Wassermassen.
Aber wenigstens war es erfrischend kalt!

 

2. Mai 2018

| 2018-05-02 04:30:36

Wir sind am Ende unseres Visa runs im tiefen Sueden Thailands angekommen.

"HELLO" ruft es aus zahlreichen Kinderstimmen als wir, nachdem wir unseren klapprigen Leihwagen in Satun zurueckgebracht hatten und zu Fuss auf dem Weg durch Seitenstrassen ins Hotel waren.
"Hello how are you little guys?" gebe ich an die kleinen Rabauken zurueck.
"HELLOOOOOO" und kichern ist die Antwort.
Ganz klar, mit dem Hello waren ihre Fremdsprachenkenntnisse dramatisch erschoepft.

Nun ist es Zeit mit meinen aussergewoehnlichen Faehigkeiten im Bereich der Kindeserziehung fuer mehr Bildung zu sorgen!
"Hello Hello" rufe ich und der kleine auf Distanz bedachte Papageienchor der Mini Thai Gang stimmt lachend ein und macht Gebrauch von der genialen Wortkombination HELLOHELLO und erweitert so seinen Fremdsprachenschatz.

Wir spueren hier; in dem vom Tourismus noch nicht verdorbenen tiefen Sueden Thailands noch die Herzlichkeit der Siamesen so wie ich sie bei meinem ersten Besuch vor mehr als 30 Jahren im ganzen Land empfand.

Welch ein Unterschied zu den vom Tourismus versauten Traumzielen Bangkok, Pattaya, Phuket usw. wo fast nur noch Geld ein Laecheln auf die Lippen zaubert.

Wir haben Satun , Songkhla und Hat Yai auf dieser kurzen Reise besucht, die wie gesagt in unserem Reisefuehrer als "bedenklich" oder gar "gefaehrlich" aufgelistet waren.

Was wir erlebten waren Moscheen und Tempel friedlich nebeneinander, keinerlei Stress. organgene Moenche sind im Stadtbild genauso selbstverstaendlich wie vollverschleierte Frauen die uns in ihrem schwarzen Dress an Ninjas erinnern ;).
Diejenigen die Unruhe stiften sind Politische oder pseudo religioese Organisationen, machtgierige Halsabschneider, welche die Naivitaet glaeubiger Menschen missbraucht.
Dass es hier (abgesehen von einzelnen Idioten) nicht zu grossen Gewaltexzessen kommt wie im nahen oder mittleren Osten, liegt wohl an der eigentlich friedlichen Mentalitaet der Asiaten.

Lediglich vereinzelte Strassensperren mit Millitaerposten und strenge Auto und Ausweiskontrollen beim Besuch von Shoppingcentern zeugen von Spannungen die wohl auch nur unter den Politikern herrscht.
FAZIT:
Der tiefe Sueden Thailands, die Provinz Songkhla ist gewiss nichts fuer Pauschal und all inclusive Urlauber oder Ballermann Gesichter die in Bars und Discos mit billigem Suff die Sau rauslassen wollen, aber wer Thailand ohne Massentourismus erleben will, so wie es wirklich ist, darueber hinaus Thai spricht, oder sich mit Haenden und Fuessen unterhalten kann, dem koennen wir diese Gegend nur empfehlen.

 

25. April 2018

| 2018-04-25 03:59:25

Vieles habe ich in den ueber 10 Jahren in denen ich nun ununterbrochen um die Welt unterwegs bin zu schaetzen gelernt.
Eines davon ist mein Deutscher Reisepass, der meiner Erfahrung nach zu den besten Reisedukumenten weltweit gehoert.
Nur fuer wenige Laender braucht man ein Visa, selbst wenn ist dieses oftmals unkompliziert online schnell zu beschaffen.
Allerdings haben Visas die unangenehme Eigenschaft auch irgendwann auszulaufen und dann muss man das Land fuer einige Zeit verlassen.
Je nach dem in welchem Land man sich befindet, kann diese Ausreise einen Tag oder einen Monat betragen.
Im Falle von Malaysien sind dies 7 Tage.
Mit meinem Deutschen Pass muesste ich nur raus und nach 7 Tagen wird das Visa automatisch bei der Einreise auf 3 Monate ausgestellt.
Leider nicht so bei einem phillipinischen Reisepass. Der bekommt nur ein Einreisevisa fuer einen Monat, also muss Frel bei einer Malayischen Botschaft im Ausland einen Visa Antrag stellen.

Da wir keine Lust auf das quirlige Bangkok hatten, bevorzugten wir ein Konsulat ganz im Sueden Thailands an der Ostkueste.

Der einfachste Weg ist Odin in Langkawi vor Anker zu lassen und mit der Faehre zur Suedwestkueste Thailands. Von Dort aus gehts mit dem Leihwagen nach Osten in die Provinz Songkla und der gleichnamigen Stadt.
Reisefuehrer im Internet raten von dieser Reise in den moslemisch gepraegten Sueden ab, da es in der Vergangenheit immer wieder zu politischen Unruhen kam.

Haette ich jedesmal auf solche Reise und Sicherheitshinweise gehoert, haette ich viel weniger von der Welt gesehen.

Jedenfalls scheinen andere Reisende dies ernst zu nehmen, denn wir sehen keine anderen Farangs, wie die Thais weisse Auslaender nennen.
Sich mit englisch in Thailand verstaendlich zu machen ist selbst in Touristenhochburgen schwer. Hier ist es schier unmoeglich, denn der Thai spricht Thai. Sonst nix! (Da koennten sie fast Franzosen sein;)
Mit Haenden und Fuessen machen wir uns verstaendlich, hier und da spricht dann doch noch jemand ein paar Brocken Tarzan Englisch und so bekommen wir fast immer so etwas aehnliches wie wir wollten.

Songkla hat einiges an Sehenswuerdigkeiten aber keine auslaendischen Touristen.
Wenn ihr also nicht gerade auf der Suche nach Massentourismus oder Abenteuerurlaub seid, koennen wir euch den tiefen Sueden Thailands nur empfehlen.

 

18. April 2018

| 2018-04-18 02:34:23

Es waere zu schoen um wahr zu sein, dass es mal eine Woche gibt in der es nichts zum instandhalten, erneuern oder reparieren gibt.
Die Salzluft und die tropischen Temperaturen setzen den Ausruestungsgegenstaenden auf einer Yacht schrecklich zu.
Diesmal hat es unseren vollverkapselten 2000 W Stromgenerator getroffen, den wir zum Glueck hier fuer etwas mehr als sauguenstige 1000 Euro gegen einen Yamaha 2.0 ausgetauscht haben.

Aber was solls, wir wollen nicht jammern, schliesslich gibts als Gegenwert ein Leben wie das unsere. ;)