Torresstraße

05. Juli 2017, Mittwoch
9° 39' 37" S, 142° 48' 20" E


Mit Hilfe von Freunden der Schweizer Yacht Luna Blu und deren Freunde, die ebenfalls Besitzer einer Amel sind und sich derzeit im Indischen Ozean befinden, gelang es endlich das neue Motorensystem zum perfekten funktionieren zu bringen.
Weltweite Seglerselbsthilfe ;)
Danke Paul und Hans Peter.

Nachdem dieser Spass, dank der Tatsache daß es in PNG passierte in allen Einzelheiten fast 20.000 Euro kostete, (Motor aus Australien importieren, Mechaniker 2x hin und her aus Australien einfliegen lassen, Marinakosten, Hotelkosten für den Mechaniker, weitere Frachtkosten durch die Schusseligkeit des australischen Motor Händlers, Kranwagen Gebühren usw.) bin ich nun endlich wieder auf dem Meer unterwegs,

Geplante Route westwaerts Richtung Nordkueste Australiens, dann durch die Torresstrasse.

Diese Meeresenge Zwischen Australien und Papua mit seinen zahlreichen Riffen und starken Stroemungen wird seit jeher on der Seefahrt gefuerchtet.
Ehrlich gesagt hatte ich davor , besonders als Einhandsegler nen Mords Respekt. Aber in Zeiten von GPS, elektronischer Navigation und AIS hat es viel von seinem Schrecken verloren.
Eigentlich hatte ich vor jeden Abend hinter einem der Riffe oder Inseln zu ankern, denn Nachts einschlafen waere ne Katastrophe.
Als ich den ersten Ankerplatz unter Starkwind erreichte, war dieser so rollig und Abertausende Seevoegel verbreiteten einen dermasen Gestank, dass ich es vorzog die Nacht durchzusegeln, immer mein Mantra auf den Lippen NUR NICHT EINNICKEN.
Im Westen der Torres Strasse liegt der Prince of Wales Channel, den man mit der richtigen Stroemung pssieren muss, denn hier koennen bis zu 8 Knoten Stroemung stegen.
Odin wird zeitweise zur Rennyacht une schiesst mit mehr als 15 Knoten durch den Kanal, verlaesst endgueltig die Suedsee und ist nun in der Arafura See Kurs Richtung Molukken.
Ungemuetliches aber schnelles Segeln bei Winden zwischen 30 und 35 Knoten von achtern.
Obwohl ich weit ausser Landsicht bin ist das Meer hier so weit draussen nicht wie gewohnt tiefblau, sondern tuerkis wie in einer Bucht. Der Grund ist die geringe Tiefe von weniger als 50 Metern, was allerdings auch harte kurze Wellen erzeugt.
Tagelang reise ich durch dieses Tuerkis ohne einem anderen Schiff zu begegnen. Es scheint als sei ich ganz alleine auf der Welt.
Tage gleiten dahin, ich schreibe diese Zeilen ins Logbuch, bin hundemuede , aber gluecklich.
Nach nur 8 Tagen erreiche ich die Molukken Insel PuPu Tanimbar und mogle mich bei stockdunkler nacht mit kriechgeschwindigkeit in den Hafen.
Uberall wimmelt es von Wracks, unbeleuchteten Fischfarmen und Kanus die in der Nacht fischen.
Schmerzlich wird mir am naechsten Morgen klar , dass ich nicht mehr in der Weite eines der letzten Pradiese dieser Erde, der Suedsee bin.
Um es kurz zumachen, der Hafen ist eine stinkende Kloake.
Autolaerm, das entsetzliche Jammern des Muezin mehrmals taeglich aus dem Lautsprecher mit voller Lautstaerke, dabei geht mir Kirchengebimmel schon gewaltig auf den Sack.
Was solls, Allah ist auch nicht mehr der juengste und wohl recht schwerhoerig , ohne Lautsprecher wuerde er wohl nicht mitbekommen was er fuer ein toller Hecht ist.
Willkommen in Indonesien.
Aber....
Indonesien hat fast 18 000 Inseln, hab am Anfang wohl nur die falsche erwischt ;)

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